Logo FDP Ortsverband Nachrodt-Wiblingwerde

FDP schickt Speckmann ins Rennen

Rechtsanwalt Armin Speckmann (49) kandidiert für Landtag: Innere Sicherheit im Fokus

Armin Speckmann

Der Nachrodter Rechtsanwalt Armin Speckmann möchte für die FDP in den Landtag einziehen. In der vergangenen Woche in Iserlohn wurde der 49-Jährige als Kandidat für den Wahlkreis Iserlohn, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde und Werdohl nominiert. © Susanne Fischer-Bolz

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Nachrodter Rechtsanwalt Armin Speckmann soll für die FDP bei der Landtagswahl 2027 antreten. Bei der Wahlversammlung der FDP Märkischer Kreis in der vergangenen Woche in Iserlohn wurde der 49-Jährige als Kandidat für den Wahlkreis Iserlohn, Altena, Nachrodt-Wiblingwerde und Werdohl nominiert. Für Speckmann ist die Kandidatur vor allem eines: eine Chance, die FDP wieder stärker ins Gespräch zu bringen.

Es traut sich ja keiner zu sagen. Aber die Kriminalität – insbesondere in den größeren Städten – nimmt zu, und das hat mit Migration zu tun. Das ist eine der wesentlichen Ursachen, und das muss man auch ganz klar so adressieren.

Armin Speckmann

Seit 2018 ist Speckmann Mitglied der FDP. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr zog er für die Liberalen in den Rat der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde ein. Seinen eigenen Wahlbezirk gewann er dabei allerdings nicht: Dort setzte sich der Sozialdemokrat André Gütting durch. Bekannt wurde Speckmann in der Gemeinde unter anderem durch sein beharrliches Engagement für die Mieter der verwahrlosten Immobilien am Nachrodter Feld.

Dass er nun für den Landtag kandidiert, war nach eigener Aussage nicht unbedingt sein eigener Plan. „Ich wurde gebeten zu kandidieren, und das ist schon eine Ehre, dass jemand aus Nachrodt-Wiblingwerde, dem zweitkleinsten Ortsverband der FDP, darum gebeten wird“, sagt Speckmann. Die Aufgabe sieht er als „schöne Herausforderung“ – vor allem aber als Möglichkeit, seiner Partei mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

Dass die FDP derzeit bundesweit und auch in Nordrhein-Westfalen mit schwierigen Umfragewerten zu kämpfen hat, schreckt ihn nicht ab. „Die FDP hat eigentlich ein tolles Programm. Wir haben diese Werte nicht verdient“, meint Speckmann. Mit klassischen liberalen Themen wie Freiheit, freier Marktwirtschaft und Sicherheit müsse die Partei seiner Ansicht nach eigentlich deutlich mehr Menschen erreichen können.

Auch die Aufarbeitung der Ampel-Zeit gehört für Speckmann dazu. „Ich glaube, dass die Menschen immer noch den Ampel-Schock verdauen müssen. Das stimmt, da hätten wir vorher aussteigen müssen“, sagt er. Gleichzeitig möchte er die heutige FDP klar von der früheren Regierungsbeteiligung abgrenzen: „Es sind ja nicht mehr dieselben. Wir sind andere, die die Prinzipien ernst nehmen.“ Als Beispiel nennt er das Selbstbestimmungsgesetz, das es aus seiner Sicht mit der heutigen FDP in dieser Form nicht noch einmal geben würde.

Inhaltlich möchte Speckmann im Wahlkampf vor allem das Thema innere Sicherheit in den Mittelpunkt rücken. „Es traut sich ja keiner zu sagen. Aber die Kriminalität – insbesondere in den größeren Städten – nimmt zu, und das hat mit Migration zu tun. Das ist eine der wesentlichen Ursachen, und das muss man auch ganz klar so adressieren“, sagt er. Ausländer ohne Aufenthaltsstatus sowie ausländische Straftäter müssten seiner Auffassung nach Deutschland verlassen. Er bedauert, dass dieses Thema aus seiner Sicht zu stark der AfD überlassen werde. „Wir haben im Punkt Remigration durchaus viele Gemeinsamkeiten. Aber wir haben überhaupt keine Gemeinsamkeiten in den anderen Bereichen“, betont Speckmann.

Gerade bei der Europapolitik und der internationalen Ausrichtung sieht er deutliche Unterschiede. Die EU sei grundsätzlich etwas Gutes, müsse aber reformiert werden. Auch die enge Verbindung zum Westen hält er für wichtig. Im Krieg gegen Russland sieht er die Ukraine in einem Freiheitskampf, der unterstützt werden muss, und Russland eindeutig als Aggressor.

Seine politischen Vorstellungen gehen darüber hinaus deutlich in Richtung eines schlankeren Staates. „Es ist uns wichtig, dass der Staat so wenig wie möglich reguliert“, sagt Speckmann. In seiner Bewerbung für die Landtagskandidatur formuliert er seinen politischen Anspruch laut FDP-Pressemitteilung entsprechend: „Weniger verwalten und mehr liefern, weniger kassieren und mehr leisten, weniger Straftaten dulden und mehr Sicherheit schaffen.“

Auch die Kommunen im nördlichen Märkischen Kreis will Speckmann stärker in den Blick nehmen. Städte und Gemeinden hätten viel Potenzial, stünden aber gleichzeitig vor großen Herausforderungen. Sie benötigten mehr Handlungsspielräume und eine Politik, die die Probleme vor Ort ernst nehme.

Dass der Weg in den Landtag allerdings kein Selbstläufer wird, ist Speckmann bewusst. Im Wahlkreis tritt er unter anderem gegen den Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Thorsten Schick, an. „Ich habe mit Thorsten Schick einen starken Gegenkandidaten, der gute Arbeit für die CDU leistet. So realistisch muss man sein“, sagt er.

Große Erwartungen an einen Wahlsieg formuliert er deshalb nicht. An Einsatz soll es dennoch nicht fehlen. Und ganz ausgeschlossen sei ein Erfolg schließlich nie. „Außerdem gibt es immer Fünf-Prozent-Chancen zu siegen“, sagt Speckmann mit einem Augenzwinkern.

Gemeinsam mit Christoph Wagener aus Lüdenscheid und Christoph Klein aus Hemer bildet Speckmann das Kandidatenteam der FDP im Märkischen Kreis. LYDIA MACHELETT



Quellenangabe: Altenaer Kreisblatt vom 09.09.2026, Seite 12